Die Soul Ära

Der große Erfolg des Souls in den 60er Jahren wird gemeinhin als Soul-Ära bezeichnet. Die oben genannten Künstler und Labels trugen mit ihrer Musik einen großen Teil zur Emanzipation der afroamerikanischen Bevölkerung bei bis das Attentag auf Martin Luther King 1968 zu einem plötzlichen Abflauen der Faszination führte. Die Ideale, die die Afroamerikaner mit der neu erschaffenen Musikrichtung verbanden, lösten sich auf einmal in gewaltsame Aufstände in vielen amerikanischen Großstädten auf und das desillusionierte einen Großteil der Menschen. Sowohl das südliche Label Stax als auch das bis dato so erfolgreiche Aufnahmestudio Motown mussten in den 70er Jahren schließlich ihren Niedergang eingestehen. Während Stax kein Ausweg mehr blieb, konnte Motown sich nur über Wasser halten, indem das Label seinen Künstlern eine erheblich größere Unabhängigkeit zugestand. Neue Entwicklungen in der schwarzen Musik brachten andere Stilrichtungen wie Funk, Disco oder HipHop mit sich und auch die Hippiebewegung, die im legendären Woodstock-Festival ihren Niederschlag fand, ließ das Selbstverständnis der Soulkünstler und -künstlerinnen nicht unangetastet. All diese Entwicklungen führten dazu, dass mit dem Ende der 60er Jahre, der Bürgerrechtsbewegungen, auch die sogenannte Soul-Ära unwiderruflich vorbei war.