Soul Musik Heute
Seit dem Ende der Soul Ära wird der Begriff Soul oft als Synonym für schwarze Popmusik im Allgemeinen gebraucht. In den Jahrzehnten nach den 60ern wurde die afroamerikanische Unterhaltungsmusik weiter ausdifferenziert und aufgefächert. So entstanden vollkommen neue musikalische Strömungen wie Disco, HipHop, House oder neue Formen des Jazz. Der sogenannte Psychedelic Soul, der in den 70ern entstand, führte sinfonieartige Harmonien, Synthesizer und einen Funkbass in die Musikstücke ein und inspirierten auch mehrere Soundtracks, wie zum Beispiel für den Film "Shaft". Neben dem Psychedelic Soul etablierte sich auch der sehr auf Rythmus konzentrierte Funk, zum Beispiel durch die Bands Earth, Wind & Fire oder Kool & The Gang. Trotz der massentauglichen Produktion der Musik konnten in den Stücken neue politische Botschaften verpackt werden, wie zum Beispiel im Antikriegslied "War" von Edwin Starr.

In den 80ern stand der vom Funk und Psychedelic Soul inspirierte HipHop, doch auch soullastige Sänger und Sängerinnen wie Tina Turner oder Michael Jackson konnten immer noch Erfolge feiern. Ende der 80er verschoben sich die Zentren der Soulmusik nach New York und Los Angeles. Künstlerinnen wie Shirley Jones und Anita Baker schufen einen neuen, urban ausgerichteten Soul, der konsequent von vielen Musiktheoretikern Urban oder Neo Soul genannt wird.
Heute steht der Begriff Soul für gefühlvolle, schwarze Popmusik im allgemeinen, ist aber nicht einmal mehr auf diesen ethischen Hintergrund festgelegt. Auch in Großbritannien und selbst in Deutschland konnte sich ein eigener "weißer" Soulstil entwickeln, Beispiele dafür sind Glashaus oder Max Mutzke.